hier gibt es ganz viele Brillen zu sehen

 

Visualtraining


Die Verhaltensoptometrie (= Funktionaloptometrie) beschäftigt sich mit Funktionsstörungen, die bei gesunden Augen aufgrund eines gestörten Sehverhaltens oder einer fehlerhaften Sehentwicklung auftreten und zu Problemen der visuellen Wahrnehmung führen.

Die Verhaltensoptometrie ist ein sehr spezielles Teilgebiet der Augenoptik/Optometrie.
Je mehr und je schneller sich unsere Lebensweise von der unserer Vorfahren, also von der Kontinuität unserer Entwicklungsgeschichte entfernt, umso weniger wird unsere Wahrnehmung in der gewohnten Weise fehlerfrei funktionieren. Die Entwicklung der Wahrnehmung beim Kind in einer Großstadtwohnung ist so grundlegend anders als noch vor wenigen Generationen, dass viele Entwicklungsstufen gar nicht mehr in der gewohnten Weise stattfinden.

Die große Mehrheit der Kinder entwickelt sich trotzdem prächtig - im Einzelfall aber führt das Zusammentreffen verschiedener negativer Faktoren zu Problemen der visuellen Wahrnehmung, wie Anstrengungsbeschwerden, Kopfschmerz, gerötete Augen u.v.m., (auch als visuelle Komponente bei Legasthenie).

Aus diesen Erkenntnissen und Erfordernissen heraus hat sich die Verhaltensoptometrie entwickelt.

 

Was ist Visualtraining?

Es ist Ihnen vielleicht nicht immer bewusst, aber Ihr visuelles System vermittelt Ihnen unendlich viele Informationen über Ihre Umwelt. Wenn Sie etwas betrachten, dann „sehen" Sie nicht nur mit Ihren Augen. Sie inspizieren, unterscheiden, identifizieren und interpretieren - all dies ist ein Teil Ihres visuellen Systems.

Optometrisches Visualtraining verbessert das gesamte visuelle System. Dieses visuelle System besteht nicht nur aus zwei Augen, sondern umfasst alle Bereiche die für das Sehen, Verarbeiten und Erkennen benötigt werden. Um etwas das wir sehen erkennen zu können, müssen alle diese Komponenten zusammenspielen. Als erstes wird ein Objekt mit den Augen aufgenommen. Die Lichtstrahlen des Bildes fallen auf die Netzhaut und werden als Nervenimpulse weiter transportiert. Diese Impulse fließen durch den Sehnerv, durch das "Chiasma" weiter zum Sehzentrum im Gehirn. Die Impulse die dort ankommen, werden zeitgleich zu weiteren "Abteilungen" im Gehirn weiter geleitet, wie zum Beispiel Gedächtnis, Hören, Erfahrung u.s.w.. Dort werden sie dann mit vorhandenen Mustern verglichen und weiter verarbeitet. Bis also ein Bild erkannt wird, geschieht recht viel im visuellen System, das viel mehr ist als nur zwei Augen. Alle Komponenten sollten optimal zusammenspielen, um optimales Sehen zu ermöglichen. Ist nur eine Komponente in der Entwicklung ein wenig zurück, kommt es bereits zu einem Ungleichgewicht und somit zu einer Beeinträchtigung im Sehen. Hier setzt die Funktional-Optometrie an. Durch spezielles optometrisches Visualtraining wird das Gleichgewicht der einzelnen Komponenten wieder hergestellt. Alle Komponenten werden durch das Visualtraining verbessert, besonders die die ein Defizit gegenüber den anderen aufweisen.

 

Wann kommt die Verhaltensoptometrie zur Anwendung?

Unter anderem bei:

 

Warum Visualtraining?

Nicht alle visuelle Probleme lassen sich durch das Eingreifen an einer einzigen Stelle lösen (z.B. durch die Verordnung einer Brille), sondern es muss vielmehr das Sehverhalten insgesamt geändert werden (z.B. die Ergonomie, Beleuchtung, Arbeitsablauf etc.) Selbst mit den qualifiziertesten Brillenglasbestimmungen werden nicht immer alle Sehprobleme gelöst. Das bedeutet jedoch auch, dass diese nicht nur durch das Auge ausgelöst wurden, sondern irgendwo die weitere Verarbeitung der Sehimpulse, die aus den Augen ins Gehirn geleitet wurden, Mängel aufweisen. Wenn diese Mängel keine krankhaften Ursachen haben kann Visualtraining angewandt werden. Hierbei werden die einzelnen Funktionen, die zum Erkennen eines Seheindruckes zusammenspielen müssen, angesprochen und verbessert. Sehfunktionen, wie zu Beispiel das "Erfassen" eines Objektes mit den Augen, werden genauso angesprochen wie das Zusammenspiel der Augen beim Blick in die Nähe. Dieses Erfassen zum Beispiel wird vom Baby in der Krabbelphase "erlernt". Krabbelt das Baby jedoch kaum oder gar nicht, entstehen Defizite im Sehen, die sich erst später bemerkbar machen können. Solche Defizite können durch spezielles Training verringert oder ausgeglichen werden.

 

Wie geht Visualtraining?

Die Analyse funktioneller Sehprobleme wird nicht ausschließlich durch moderne High-Tech-Ausstattung in der optometrischen Praxis ermöglicht. Vielmehr lässt sich durch eine ganzheitliche Betrachtungsweise der visuellen Situation mit vielen Funktionstests, einer gründlichen Erfragung der Vorgeschichte und der besonderen Erfahrung des Optometristen ein Gesamteindruck vom Problemkreis des jeweils Betroffenen herstellen. Sie werden bei uns als ganze Person behandelt und Ihr spezielles Sehproblem als ein Teil des Gesamtsystems.

Wir arbeiten eher mit Ihnen und Ihren Kindern als an Ihnen. Sie und Ihre Kinder erhalten die nötige Hilfe, um die wichtigen visuellen Fähigkeiten zu erreichen, die für einen schulischen oder beruflichen Erfolg erforderlich sind.

Die visuelle Wahrnehmung entwickelt sich vom Säugling bis zum Greis - es gibt kein Ende der Entwicklung, denn Sehen ist nicht nur Physik oder Physiologie, Sehen ist in erster Linie Erfahrung!
Bevor das Visualtraining losgeht, müssen zuerst noch einige spezielle Messungen erfolgen. Nach der Auswertung dieser Messungen erfolgt die für jeden individuelle Ausarbeitung des Visualtrainings. Hier wird der weitere Verlauf des Trainings und die dafür benötigten Tests festgelegt.

Im Abstand von jeweils zwei Wochen werden normalerweise vier Übungen, die in der Zwischenzeit zu Hause durchgeführt wurden, kontrolliert und gegebenenfalls erweitert oder neue Übungen erklärt.

Damit das Sehen auch ganzheitlich trainiert wird, müssen bei jeder Trainingseinheit alle vier Bereiche mit angesprochen werden.

So werden alle Sehfunktionen nach und nach in das Visualtraining einbezogen und verbessert. Innerhalb eines halben Jahres sollte das Training "integriert" sein und somit wegfallen können.

 

Syntonics

 

Die Farblichtanwendung ist eine der ältesten Behandlungsmethoden. Sie basierte ursprünglich auf die wohltuende und heilende Wirkung des Sonnenlichts.

Schon die alten Ägypter bauten Farbtempel, Nofretete verwendete Badeöle in verschiedenen Farben und die Chinesen setzten Farben zu therapeutischen Zwecken ein. Auch Goethe beschäftigte sich schon mit der der Wirkung der Farben auf die menschliche Psyche.

Syntonics (Farblichtanwendung) wie es bei uns in der Funktionaloptometrie eingesetzt wird, beschäftigt sich ausschließlich mit gesunden Augen.

Es wird zur allgemeinen Verbesserung der Sehleistung, Schwachsichtigkeit (Amblyopie), bei einschränkten Farbgesichtsfeldern und somit bei eingeschränkter Informationsaufnahme eingesetzt. Außerdem kommt es zur Beruhigung oder Anregung von Augenfunktionen wie zum Beispiel der Augenbewegungen zum Einsatz.

Nach einer Syntonics-Anwendung wirkt häufig ein optometrisches Visualtraining zur Verbesserung von verschiedenen Problemen, wie z. B. schlechte Augenbewegungen, Schulprobleme beim Lesen und Rechtschreibung, Augenunruhe oder Konzentrationsprobleme, schneller und intensiver.

Bei Syntonics sitzt man während der Anwendung bequem auf einem Stuhl und schaut im abgedunkeltem Raum in die Farbröhre nach Spitler.

In der Regel werden die Farbfilter während der Anwendung ein bis zweimal gewechselt.
Insgesamt dauert eine Farblichtanwendung ca. 20 Minuten. Für eine optimales Resultat sind rund 20 Anwendungen erforderlich.